Unter den verschiedenen methodischen Ansätzen zur Analyse von Diskursen soll hier der Fokus auf die Wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA) nach Rainer Keller gelegt werden. Sie wird genutzt, um gesellschaftliche Wissensverhältnisse und Wissenspolitiken zu untersuchen. Dabei werden Diskurse als Prozesse der symbolischen Konstitution und Ordnung gesellschaftlicher Wirklichkeiten verstanden. Ziel ist es, die diskursive Konstruktion von Realität zu rekonstruieren. So können die damit verbundenen Macht-Wissens-Regimes und deren gesellschaftliche Folgen analysiert werden.
Folgende Aspekte stehen im Fokus der Analyse:
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Interpretationsrepertoires: Rekonstruktion von Deutungsmustern, Klassifikationen sowie Phänomenund narrativen Strukturen (Story Lines)
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Akteure und Sprecherpositionen: Untersuchung der in Diskursen verfügbaren Subjektpositionen und der Akteure, die Aussagen erzeugen
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Praktiken und Dispositive: Analyse von Praktiken ("konventionalisierten Handlungsmustern") und den materiellen und personellen Infrastrukturen (Dispositive), die Diskurse stützen oder durch sie intervenieren
Analysiert wird also im Allgemeinen:
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wer etwas kommuniziert (Akteure)
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unter welchen Bedingungen diese Beiträge zum Diskurs entstehen
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in welchen Medien und über welche Kanäle sie kommuniziert und somit verbreitet werden
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wer die kommunizierten Inhalte rezipiert und wie sie interpretiert werden
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wie und wo sich der Diskurs auf die Gesellschaft auswirkt
Theoretisch verortet sich die WDA im interpretativen Paradigma und verbindet die wissenssoziologische Tradition von Berger und Luckmann mit der Diskursund Machttheorie Michel Foucaults. Im Gegensatz zu rein linguistischen Ansätzen geht es nicht in erster Linie um die Sprache selbst, sondern um das durch sie vermittelte gesellschaftliche Wissen und dessen Wirksamkeit.
Ressource:
Keller, Rainer (2019). "Grundlagen der Wissenssoziologischen Diskursanalyse.” In: Wiedemann, T./Lohmeier, C. Diskursanalyse für die Kommunikationswissenschaft. Wiesbaden: Springer VS.