Gewalt am Arbeitsplatz schädigt Betroffene und Unternehmen. Gerade Unternehmen, die in die duale Ausbildung von jungen Fachkräften investieren, sollen diese fördern und mit gutem Arbeitsklima langfristig an das Unternehmen binden. Die Rolle der Ausbilder_innen ist dabei essenziell, weshalb sich diese Arbeit auf die Rolle der Ausbilder_innen im Umgang mit Gewalt am Arbeitsplatz, ihre Kenntnisse über Gewaltformen und die ihnen zur Verfügung stehenden Interventions- und Präventionsmaßnahmen konzentriert.
Um dieses Thema umfangreich zu bearbeiten, wurden zuerst die theoretischen Grundlagen von Gewalt am Arbeitsplatz und ihre Erscheinungsformen – physisch, psychisch, sexualisiert und strukturell – aufgearbeitet und das System der dualen Ausbildung und die Rolle der Ausbilder_innen darin dargestellt.
Im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie wurden im Anschluss 17 Ausbilder_innen in Tirol zu ihrem Gewaltbewusstsein befragt. Mit Hilfe von Vignetten (fiktiven Szenarien, deren Beurteilungen als Einstieg in das Interview dienten) konnten hypothetische Herangehensweisen erarbeitet werden, bevor die eigenen Erfahrungen im Vordergrund standen.
Die Ergebnisse zeigen, dass beinahe alle Ausbilder_innen bereits mit Gewalt am Arbeitsplatz im Kontext der Lehrlingsausbildung in Berührung gekommen sind. Das Bewusstsein für Gewalt und die Sicherheit im Eingreifen variieren je nach Gewaltform beträchtlich. Die Ausbildung spielt in der Art des Eingreifens keine Rolle. Abgeleitet aus den Ergebnissen, werden Handlungsempfehlungen zur Stärkung des Bewusstseins für Gewalt am Arbeitsplatz bei Lehrlingsausbilder_innen ausgesprochen, wie etwa spezielle Schulungen und die stärkere Bekanntmachung von bestehenden Unterstützungsangeboten.