FAQ Transkribieren

Website: Onlinecampus
Kurs: Qualitative Forschungsdesigns und -methoden
Buch: FAQ Transkribieren
Gedruckt von: Gast
Datum: Freitag, 6. November 2026, 14:16

Gibt es Transkriptionssoftware?

Unterstützung beim Transkribieren

Unterstützung beim Transkribieren bieten Programme an, mit denen Sie mittels Tastenkombinationen die Audiodaten verlangsamt am Computer abspielen und zurückspulen können.

Franziska Pfeiffer (https://www.scribbr.de/methodik/interview-transkribieren/ 17.2.2025) führt die wichtigsten Merkmale der einzelnen Programme an:
 
  • Express Scribe : Dieses Programm vereinfacht die Transkription durch variable Wiedergabegeschwindigkeiten und die Möglichkeit, diese durch einen Fußschalter oder die Tastatur zu steuern. Die kostenlose Version unterstützt die gängigsten Audioformate, einschließlich WAV, MP3, WMA und DCT.
  • Otranscribe: Mit dieser kostenlosen App können Audioinhalte pausieren, vor- und zurückgespult werden, ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen, während des Tippens. Man muss also nicht zwischen Word und deiner Audiodatei umschalten.
  • F4transkript: Der Vorteil von f4transkript ist, dass das Programm jedes Mal etwas zurückspringt, wenn die Aufzeichnung pausiert und wieder fortsetzt wird. Außerdem können Zeitmarken und Sprechermarkierungen manuell hinzugefügt werden. Die Lizenz ist kostenpflichtig, es gibt aber Studierendenrabatt.

Transkription mit KI

Je nach Einsatzzweck können KI Transkriptionen mittlerweile gut funktionieren. noScribe (noScribe - Official Website | Free Interview Transcription with AI) ist eine gratis Software mit der Sie Interviews mit KI transkribieren können. Ein Vorteil bei noScribe ist, dass die gesamte Transkription lokal auf Ihrem PC stattfindet und die Daten mit niemandem geteilt werden. Damit laufen Sie nicht Gefahr, mit einer KI Transkription Datenschutzrichtlinien und ethische Prinzipien zu verletzen. Bitte beachten Sie, dass die KI-unterstützte Transkription mitunter ungenau ist und noch immer Fehler macht. Für eine wissenschaftliche Arbeit sollten Sie in jedem Fall das vollständige Interview und Transkript miteinander abgleichen!

Wie lange benötige ich, ein Interview zu transkribieren?

Der Zeitaufwand beim Transkribieren qualitativer Daten, die mittels Audio- und/oder Videomitschnitt aufgezeichnet wurdem, ist nicht zu unterschätzen. Schätzungen zufolge liegt der Durchschnitt beim Transkribieren zwischen 1:5 und 1:10, demnach sind z.B. für ein einstündiges Interview zwischen 5 und 10 Stunden Transkription zu veranschlagen. Allerdings ist der Lerneffekt sehr hoch, d.h. das Transkribieren des ersten Interviews dauert am längsten und der Zeitaufwand nimmt dann bei den folgenden Interviews etwas ab.

Kann ich auch Transkribieren lassen?

Ja, Sie können Ihre Audiodaten auch transkribieren lassen. Beim Transkribieren wird ein Inhalt, der aufgenommen wurde, verschriftlicht; d.h. es wird kein (neuer) Inhalt erstellt, daher ist das rechtlich kein Problem.

Franziska Pfeiffer (https://www.scribbr.de/methodik/interview-transkribieren/ 18.03.2020) führt einige gängige Möglichkeiten und Dienste des Transkribierens an:

  • Cloud Speech-to-Text: Diese Spracherkennung wird von Google als kostenlose Testversion zur Verfügung gestellt. Hier werden kurz- und langformatige Audioinhalte in Echtzeit oder in aufgezeichneter Form automatisch erkannt und in Text umgewandelt. Kostenfrei ist es jedoch nur bis zu einer Stunde.
  • Transkripto: Über die Website können Sie erfahren, wie viel die Transkription Ihrer Datei kosten würde und sogar eine 24-Stunden-Frist auswählen. Auch fremdsprachige Dateien werden hier transkribiert.
  • Audiotranskription: Ein Transkriptionsdienst für wissenschaftliche Interviews mit Preisübersicht. Wünsche bezüglich der Sprecherunterscheidung und Transkriptionsregeln können ebenfalls geäußert werden.

Muss ich Interviews vollständig transkribieren?

Ja, jedes Interview MUSS vollständig transkribiert werden. D.h. die Interviews müssen aufgezeichnet (z.B. mit dem Handy oder einem MP3-Player) und dann vollständig vertextet werden und zwar auch jene Passagen, die für die Forschungsfrage nicht relevant sind. 

Muss ich jedes Detail, jedes "äh" und "hm" transkribieren?

Wie genau und wie detailliert Sie transkribieren, hängt von Ihrer Forschungsfrage und Ihrer Analysemethode ab. Prinzipiell ist es immer besser, mehr zu transkribieren als zu wenig Ausdrücke.
Die Daumenregel ist: Wenn Sie ein Expert*inneninterview transkribieren und in Ihrer Analyse vor allem Inhalte wichtig sind, dann werden Sprechpausen und "ähs" für die Analyse weniger wichtig sein. Sobald es aber um persönliche Einstellungen und Meinungen, um latente Inhalte, um Sinnrekonstruktion geht, sollten alle Hinweise, die über die reine Wortsemantik (=Wortbedeutung) hinausgehen, miteinbezogen werden (Betonungen, Pausen, lachen, Dialekt, ...).


Eine gute Zusammenfassung finden Sie hier von der Universität Graz.

Wie anonymisiere ich?

Beim Anonymisieren wird ausnahmslos alles, was auf eine bestimmte Person hinweist, entfernt. Alle Namen werden geändert (z.B. in "Interviewer*in 1, 2, 3) oder durch Beschreibung ersetzen, z.B. "[Name der Vorgesetzten]" oder "[Nennung des Arbeitgebers und Abteilung]". Alle Ortsangaben werden anonymisiert z.B. „Ort 1“. Organisationen/Unternehmen müssen ebenfalls anonymisiert werden z.B. „Unternehmen 1“.